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Serenade am 5. Juli im Pfarrgarten

Serenade im Pfarrgarten 2020

Eigentlich hätte am vergangenen Wochenende die große Sause in Gebenbach stattfinden sollen. Mit einem australischen Abend, der Gruppe Pam Pam Ida, sowie einem Kreismusikfest wollte die Blasmusik Gebenbach im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten ihr 40-jähriges Gründungsfest feiern.

Wie bei so vielen Veranstaltungen machte aber auch hier die Corona-Pandemie einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Immerhin, die inzwischen erlaubten Lockerungen der Beschränkungen machten es möglich, seit etwa drei Wochen wieder einen eingeschränkten Probenbetrieb durchzuführen. Nachdem nun auch wieder Auftritte unter gewissen Voraussetzungen und unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich sind, entschloss man sich in der Vorstandschaft kurzfristig, die Feierlichkeiten nicht gänzlich ausfallen zu lassen, sondern zumindest das, was möglich ist, durchzuführen.

So war die Bevölkerung am vergangenen Sonntag zu einer Serenade in den Pfarrgarten in Gebenbach eingeladen. Dazu konnte Vorsitzender Simon Lösch auch Pfarrvikar Christian Preitschaft, Bürgermeister Peter Dotzler, sowie den Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes, Werner Stein begrüßen. Das weitläufige Areal des Pfarrgartens bot hier die Möglichkeit für das Orchester und die Besucher, die Abstandsregeln einzuhalten. Für den nötigen Abstand hatte man sich auch die Gartenstühle von der befreundeten Knappschaftskapelle aus Amberg ausgeliehen.

Serenade im Pfarrgarten 2020
Serenade im Pfarrgarten 2020

Diese Abstandsregeln waren aber auch gleichzeitig die größte Herausforderung für die Musikerinnen und Musiker, sowie Dirigent Gerhard Böller. Gerade im Freien versuchen die Spieler meistens, sich eng zusammen zu stellen, damit sich die einzelnen Register gegenseitig hören und der Gesamtklang und die Intonation für jeden Akteur leichter zu erfassen sind. Diesmal war jedoch fast jeder auf sich alleine gestellt, weil beispielsweise die Tenorhörner und Bässe nicht mehr hören konnten, was die Querflöten in etwa zwanzig Metern Entfernung spielten. Schon bei den drei vorangegangenen Proben in der Turnhalle stellte dies den schwierigsten Teil der Übung dar, was sich im Freien nochmal extrem verstärkt.

Serenade im Pfarrgarten 2020
Serenade im Pfarrgarten 2020

Einmal mehr war es deshalb die Aufgabe von Chefdirigent Gerhard Böller, durch ein präzises Dirigat das Orchester zusammenzuhalten, was vorzüglich gelang.
Noch vor Beginn der Serenade hatte das von Böller ausgesuchte Repertoire dem Vorstand Simon Lösch und einigen Musikern ein flaues Gefühl in den Magen gelegt, denn es bestand nicht nur aus einfachen Märschen und Polkas, sondern erfüllte teilweise auch hohe Ansprüche. Nach einer lockeren Einführungsrunde mit der „Fuchsgrabenpolka“, „der Student geht vorbei“, der „Slavonicka-Polka“ sowie den Märschen „Arsenal und Laridah“, wurde es schon bald rockiger mit den „Hit-Giganten“ und „Italo-Pop-Classics“. Als hätte es keine Corona-Pause gegeben, meisterte dabei das etwa 35-köpfige Orchester diese Stücke ebenso souverän wie die darauffolgenden Klassiker „Abba Gold“ und „the cream of Clapton“. Mit dem schon fast traditionellen Abschluss-Marsch „Militäry Escort“ wurden die begeisterten Zuschauer nach knapp einer Stunde entlassen. Natürlich ging es auch nicht ohne Zugabe mit einem der Lieblingsstücke von fast allen Musikern und Zuhörern, nämlich dem „Böhmischen Traum“. So wurde diese Mini-Serenade nach vielen Monaten wieder einmal zu einem überaus erfolgreichen Highlight in Gebenbach. Eine Wiederholung ist deshalb nicht ausgeschlossen.

Serenade im Pfarrgarten 2020
Serenade im Pfarrgarten 2020